Neue Heubeck-Richttafeln 2018

Anpassung Bewertungsparameter Pensionsrückstellungen

Für die Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen sind versicherungsmathematische Annahmen im Hinblick auf die Lebenserwartung, die Invalidisierungs- und die Verheiratungswahrscheinlichkeit etc. zu treffen. Diese Schätzwerte können Tabellenwerken entnommen werden, sofern dies einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung entspricht. In der Bilanzierungspraxis wird hierfür sehr häufig auf die Richttafeln der HEUBECK AG zurückgegriffen. Anfang Oktober wurde eine aktuelle, geänderte Version der Richttafeln RT 2018 G, die die bisherigen RT 2005 G ablöst, herausgegeben.

In dieser neuen Version wurde u.a. der Trend zur Erhöhung der Lebenserwartung berücksichtigt. Dies führt in der Konsequenz zu einem Anstieg der Pensionsrückstellungen, auch wenn dieser in seinen Auswirkungen eher als "gering" eingestuft wird. Da es an einem exakten Anwendungszeitpunkt fehlt, wird davon ausgegangen, dass die neuen Richttafeln von den Bilanzierenden dann zugrunde zu legen sind, wenn diese „allgemein anerkannt“ sind. Unterstellter Zeitpunkt ist hier die Veröffentlichung auf der Website des Bundesministeriums der Finanzen, die am 22. Oktober 2018 erfolgt ist.

In der Konsequenz bedeutet dies, dass die RT 2018 G bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen und vergleichbarer Verpflichtungen zum Stichtag 31. Dezember 2018 anzuwenden sind. Die Erfolgswirkungen aus der erstmaligen Anwendung der neuen Richttafeln sind sofort in voller Höhe zu erfassen, d.h. ohne Verteilung über einen Übergangszeitraum.

Der Ergebniseffekt aus den geänderten biometrischen Annahmen ist in der Gewinn- und Verlustrechnung grundsätzlich als Bestandteil des im Personalaufwand zu erfassenden Zuführungsbetrags zur Pensionsrückstellung auszuweisen.

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