Wenn Zahlungsunfähigkeit droht…

Drohende Zahlungsunfähigkeit wird oftmals leider erst sehr spät erkannt. Ist ein Krankenhaus insolvenzgefährdet und weist einen Jahresverlust aus bzw. hat sich im Vergleich zu den Vorjahren die wirtschaftliche Lage bedrohlich verschlechtert, dann werden wir häufig als Spezialist für Sanierungsberatung im Gesundheits- und Sozialwesen zu Rate gezogen.

So auch in diesem Sommer – als uns ein Träger von mehreren Krankenhäusern beauftragte, die drohende Zahlungsunfähigkeit im operativen Geschäft der Krankenhäuser zu überprüfen.

Die Zahlungsfähigkeit zu einem bestimmten Stichtag wird über den sog. Finanzstatus verprobt. Hierbei werden der freien Liquidität sämtliche zu diesem Stichtag fälligen Verbindlichkeiten gegenübergestellt. Ergibt sich eine Unterdeckung bzw. ist eine Unterdeckung über den Stichtag hinaus bereits erkennbar, wird mit Hilfe eines Finanzplans in der Regel das aktuelle und nachfolgende Geschäftsjahr abgebildet.

Sofern Zahlungsunfähigkeit droht, ist unverzüglich ein Plan zu erarbeiten, der aufzeigt, dass die drohende Zahlungsunfähigkeit in absehbarer Zeit behoben werden kann. Ist das Unternehmen in einem fortgeschrittenen Krisenstadium, kann im Ernstfall ein Sanierungskonzept im Sinne des IDW S 6 erforderlich werden, um die Sanierungsfähigkeit und -würdigkeit nachweisen zu können. Durch frühzeitige Gespräche mit Banken und der Erstellung des Finanzplans bzw. der integrierten Unternehmensplanung für einen definierten Prognosezeitraum konnten wir zeitnah eine transparente und konsolidierte Gesamtsicht erarbeiten.

Die Phase der Erstellung des Sanierungskonzeptes gliederte sich in diesem Sanierungsprojekt in drei Hauptmodule, wobei der Aufarbeitung von Krisenursachen hierbei eine besondere Bedeutung zu Teil wird, denn nur durch diese können sinnvolle und zielgerichtete Sanierungsmaßnahmen erarbeitet werden.

  1. Analyse der Unternehmenslage und der Krisenursachen mithilfe eines Zusammenspiels aus den Curacon-Tools der fachabteilungsbezogenen Leistungsanalyse, einer Markt- und Wettbewerbsbetrachtung sowie Wirtschaftlichkeitsanalysen. Wichtige Interpretationshilfen stellen hierbei unsere Analyseinstrumente (eigens zertifizierter Grouper) sowie Benchmark-Tools (Curacon-Datenpool und leistungsseitige Referenzabteilungen) dar. Die ersten eher datengetriebenen Analysen wurden dann den Leistungsträgern und Führungskräften gespiegelt, um auch individuelle Besonderheiten aufnehmen zu können.
  2. Konzeption der strategischen Neuausrichtung unter Einbeziehung des Krankenhausmanagements, z. B. in Workshops mit den Chefärzten und dem Krankenhausmanagement. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass ein Sanierungskonzept einen „Management-Case“ darstellt, denn das Management ist letztlich hauptverantwortlich für die Umsetzung und die kontinuierliche Kontrolle der abgeleiteten Maßnahmen.
  3. Erarbeitung einer integrierten Sanierungsplanung (Bilanz/GuV/Liquidität) gemäß den Anforderungen des IDW S 6 über einen Planungshorizont von 5 Jahren sowie isolierte Bewertung/Simulation von Einzelmaßnahmen.

Damit die Chancen darauf, dass ein Träger wie dieser in finanzieller Schieflage nachhaltig wieder auf eine gesunde Basis gestellt werden kann, steigen, bedarf es der richtigen Instrumente und einer detailliert durchdachten Planung des Gesamtprojektes.

Curacon begleitet Sie in jedem Krisenstadium mit den für diese Situation angemessenen Beratungsschritten. Natürlich auch im Rahmen der Umsetzung von Strategien.

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Ihr Ansprechpartner

  • Robert Orsag

    Prokurist / Senior Manager
    robert.orsag@curacon.de
    02 51/9 22 08-242
    »Beratung sollte immer so ausgerichtet sein, dass ein Mehrwert entsteht. Das ist mein Ziel in jedem einzelnen Projekt.«