Krankenhausverbünde - Rückgrat der Versorgung

In Deutschland gehören 62 % aller Krankenhäuser einem Verbund an.

Sie stellen 64 % aller Betten und versorgen prozentual fast ebenso viele der stationären Fälle (63 %). Unter den mittelgroßen Krankenhäusern mit 300 bis 599 Betten sind dabei überproportional viele im Verbund organisiert (71 %). Kleine Krankenhäuser mit bis zu 299 Betten liegen im Vergleich nur leicht unter dem allgemeinen Schnitt (61 %). Seltener schließen sich die großen Krankenhäuser mit über 600 Betten einem Verbund an. Von den großen Krankenhäusern agiert nur ca. die Hälfte gemeinsam im Verbund.

Auch die Transaktionen dieses Jahres standen im Zeichen der Verbundbildung. Insgesamt wechselten bis heute zehn Krankenhäuser die Träger im Jahr 2018. Davon waren sieben Solisten, die zu Verbünden wechselten, ein Solist schloss sich einem anderen Solisten an und jeweils ein Verbund-Krankenhaus transferierte zu einem Solisten bzw. einem anderen Verbund. Zudem fanden zwei Fusionen und vier Verbundbildungen statt. Uns sind fünf Schließungen von Krankenhausstandorten bekannt geworden.

Bei den Trägerwechseln und Schließungen waren Krankenhäuser im Verbund und Solisten gleichermaßen betroffen. Die Schließungen betrafen tendenziell eher kleinere Krankenhäuser mit geringerer Bettenanzahl.

Nimmt man alle verbundzugehörigen Krankenhäuser zusammen, ergibt sich eine nahezu flächendeckende Versorgung. Auf der untenstehenden Karte ist dargestellt, innerhalb welcher Bereiche von Deutschland man in einer Fahrzeit von 30 Minuten ein Verbund-Krankenhaus erreichen kann. Weiße Flecken auf dieser Versorgungskarte finden sich vermehrt in den bevölkerungsarmen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Durch Verbund-Krankenhäuser wird 93 % der Fläche abgedeckt, die im 30-Minuten-Fahrzeitumkreis aller Krankenhäuser liegt.

Bild: Verteilung der Verbund-Krankenhäuser in Deutschland (30 min Fahrzeitbereiche in rot)

Quelle: Curacon Marktstrukturdaten

Der jetzige Stand der Verbundbildung im Krankenhausmarkt ist Ergebnis einer langjährigen Entwicklung. Wirtschaftliche Aspekte wie sich verknappende Investitionsmittel bei gleichzeitig steigendem Investitionsbedarf und Kostenreduktion durch Synergien im Sekundär- und Tertiärbereich stellten die überwiegende Motivation zur Verbundbildung in den vergangenen Jahren dar. Wir gehen davon aus, dass zunehmend Aspekte wie Qualitätsanforderungen, Spezialisierung, Fachkräftebündelung und Digitalisierung eine Rolle spielen werden.

Curacon beobachtet kontinuierlich die Marktbewegungen und führt regelmäßig Studien im Krankenhaussektor durch. Zusammenfassend lassen sich hieraus drei zentrale Erkenntnisse ableiten:

  1. Der Trend zur Verbundbildung wird weiter voranschreiten.
  2. Die meisten Verbund-Krankenhäuser können Kostenreduktionen realisieren und weisen im Schnitt bessere Betriebsergebnisse auf.
  3. Bei der Verbundbildung wird die kulturelle Integration als weitaus größere Herausforderung angesehen als die technische Integration.

Mehr zu den Hintergründen, Chancen und Risiken der Verbundbildung im Krankenhausmarkt finden Sie auch in unserer Krankenhausstudie „Im Verbund erfolgreicher?“ die Sie hier kostenlos bestellen können.

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