Der Pflege-TÜV

Längst überfällig erscheint die Neuausrichtung der sogenannten MDK-Note und ihre Abbildung in den Transparenzberichten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Pflegeeinrichtungen erhalten bisher nach MDK-Prüfungen in der Regel eine Note von 1,0 bis 2,0, auch wenn die eigentliche Pflegequalität am Bewohner aufgrund von häufigen Sturzvorkommnissen oder häufig vorkommenden Druckgeschwüren eher für eine mangelhafte Bewohnerversorgung spricht. Für viele Pflegemanager, Pflegefachkräfte, Pflegebedürftige und Angehörigesind dieseNoten nicht aussagekräftig genug, wenn es um die Beurteilung der Pflegequalität am Bewohner geht. Pflegefachkräfte wissen um den Stellenwert der Pflegedokumentation bei MDK-Prüfungen, die recht selten die Pflegequalität am Bewohner wiederspiegelt und sind hinsichtlich der erforderlichen Formulierungen entsprechend geschult. Pflegebedürftigen und Angehörigen reicht die MDK-Note nicht, um eine Pflegeeinrichtung ausfindig zu machen, die eine optimale pflegerische Versorgung auch tatsächlich gewährleistet.

Der neue Pflege-TÜV soll das nun ändern. Zukünftig soll das neue Bewertungsverfahren die Unterschiede in der Pflegequalität deutlich besser hervorheben als dies bisher der Fall ist. Der Fokus soll dann nicht mehr wie bisher auf der Pflegedokumentation liegen, sondern auf der Versorgung des Bewohners. So sollen z. B. folgende Kriterien konkret geprüft werden:

  • Häufigkeit der Stürze und die dazu eingeleiteten Maßnahmen,
  • Vorhandensein von Druckgeschwüren und ihre potentielle Vermeidbarkeit,
  • Entwicklung der Mobilität in einem Zeitraum von 6 Monaten.

Pflegeeinrichtungen und Prüfbehörden können mit dem neuen Bewertungssystem frühestens ab Herbst 2019 rechnen. Bis dahin sollte geprüft werden, inwiefern z. B. die aktuellen Expertenstandardsdes DNQP von den Pflegenden umgesetzt werden. Hier sind insbesondere die Pflegemanager gefordert, die nicht nur die notwendigen Schulungen in den Bereichen Sturzprophylaxe, Dekubitusprophylaxe, Vermeidung von Immobilität, Vermeidung von Inkontinenz, Vermeidung von Mangelernährung und Exsikkose etc. initiieren, sondern auch den Wissenstransfer in die Praxis engmaschig begleiten sollten.

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Ihre Ansprechpartnerin

  • Annemarie Fajardo

    Dipl.-Pflegewirtin (FH) / Master of Science
    annemarie.fajardo@curacon.de
    0251 92208 287
    »In der Altenhilfe gibt es sowohl auf personaler wie auch auf organisationaler Ebene noch sehr viel Potenzial, das von den Führungskräften aufgegriffen werden kann.«