Rapider Anstieg der Pflegebedürftigen

Im zweijährigen Turnus veröffentlicht das statistische Bundesamt die Pflegestatistik zu Angebot und Nachfrage der pflegerischen Versorgung. Am vergangenen Dienstag wurden die neuen Zahlen für den Stichtag 15.12.2017 bekannt gegeben.

 

Eine deutliche Botschaft des Zahlenwerkes stellt der Anstieg der Pflegebedürftigen um 19 % auf 3,4 Millionen im Vergleich zu 2015 dar. Ein Teil des Anstiegs lässt sich auf den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff zurückführen, da erst ab der aktuellen Statistik die ehemals ohne Pflegestufe, aber mit eingeschränkter Alltagskompetenz versehenen Personen zu dieser Gruppe gezählt werden. Bereinigt man die Zahlen um diese Personen, ergibt sich immer noch ein Anstieg um 12 %. Der prozentuale Anteil der zu Hause Versorgten ist dabei stärker gewachsen als die vollstationären Fälle.

Grafik: Entwicklung Anzahl der Pflegebedürftigen

Ambulanter Versorgungsanteil stagniert

Trotz der verstärkten Anreize im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze zum Ausbau der ambulanten Versorgung ist der Versorgungsanteil seit 2009 nur geringfügig von 23,7% auf 24,3% in 2017 gestiegen. Nach einem Hoch in 2005 ist der Versorgungsanteil der stationären Pflege inzwischen von 30,9% auf 24,0% in 2017 gesunken. Nachdem der Versorgungsanteil in der Pflege allein durch Angehörige in 2005 noch bei 46,0% gelegen hat, ist dieser bis 2017 auf 51,7% angewachsen.

Defizitäre Personalsituation

Die Personalsituation zeigt sowohl in der ambulanten als auch in der vollstationären Pflege eine besorgniserregende Entwicklung auf. Während die Anzahl der ambulant Gepflegten um 20 % zunahm, wurde das Personal nur um 10 % aufgestockt. Hinzu kommt ein Anstieg von 28 % bei den Pflegebedürftigen, die derzeit allein durch Angehörige gepflegt werden.

 

Die Ausweitung der Pflege allein durch Angehörige wird sich nicht unbegrenzt fortschreiben lassen. Wahrscheinlich ist, dass sich dieser Trend mittelfristig umkehren wird. Dies wird den Personalbedarf in der professionellen Pflege zusätzlich vergrößern.

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