Die Pflege in Zahlen

Die Pflegestatistik der destatis, die Sie hier abrufen können, beschreibt die aktuellen Entwicklungen in eindrucksvollen Zahlen. Neben den sich beschleunigenden Entwicklungen in der sich weitenden Wachstumsschere zwischen dem Zuwachs von Pflegebedürftigen und professionell Pflegenden gibt das Zahlenwerk Einblicke in die demografische Verteilung von professionell Pflegenden und Pflegebedürftigen, sowie in die Struktur der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland.

Die Anzahl der Pflegebedürftigen nimmt rasant zu

Eine deutliche Botschaft des Zahlenwerkes stellt der Anstieg der Pflegebedürftigen um 19,4 % auf 3,4 Millionen im Vergleich zu 2015 dar. Ein Teil des Anstiegs lässt sich auf den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff zurückführen, da erst ab der aktuellen Statistik die ehemals ohne Pflegestufe, aber mit eingeschränkter Alltagskompetenz versehenen Personen zu dieser Gruppe gezählt werden. Bereinigt man die Zahlen um diese Personen, ergibt sich immer noch ein Anstieg um 12,3 %. Der prozentuale Anteil der zu Hause Versorgten ist dabei stärker gewachsen als die vollstationären Fälle.

Ambulanter Versorgungsanteil stagniert

Trotz der verstärkten Anreize im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze zum Ausbau der ambulanten Versorgung ist der Versorgungsanteil seit 2009 nur geringfügig von 23,7 % auf 24,3 % in 2017 gestiegen. Nach einem Hoch in 2005 ist der Versorgungsanteil der stationären Pflege inzwischen von 30,9 % auf 24,0 % in 2017 gesunken. Nachdem der Versorgungsanteil in der Pflege allein durch Angehörige in 2005 noch bei 46,5 % gelegen hat, ist dieser bis 2017 auf 51,7 % angewachsen.

Defizitäre Personalsituation

Die Personalsituation zeigt in der ambulanten Pflege eine besorgniserregende Entwicklung auf. Während die Anzahl der ambulant Gepflegten von 2015 bis 2017 um 19,9 % zunahm, wurde das Personal nur um 9,8 % aufgestockt. Hinzu kommt ein Anstieg von 27,5 % bei den Pflegebedürftigen, die derzeit allein durch Angehörige gepflegt werden.

Eckdaten der ambulanten Pflegedienste

Rund zwei Drittel aller ambulanten Pflegedienste befinden sich in privater Hand, ein Drittel wird freigemeinnützig getragen. Öffentliche Träger machen lediglich 1,4 % aus. Im Schnitt betreut ein Pflegedienst 59 Pflegebedürftige, bei den freigemeinnützigen sind es dabei deutlich mehr als bei den privaten Diensten. Fast alle Pflegedienste bieten zusätzlich eine häusliche Krankenpflege an. Die 390 000 Beschäftigen arbeiten mehrheitlich in Teilzeit und sind überwiegend weiblich, 39,9 % sind 50 Jahre oder älter.

Eckdaten der Pflegeheime

Unter den 14 500 Pflegeheimen sind gut die Hälfte freigemeinnützig organisiert. Etwas weniger befinden sich in privater Hand. Öffentliche Träger haben nur einen geringfügigen Anteil. Ein Pflegeheim betreut durchschnittlich 64 Pflegebedürftige. 581 000 der 887 000 Plätze der vollstationären Dauerpflege sind 1-Bett-Zimmer. Die Personalsituation der 765 000 Beschäftigen ist ähnlich zum ambulanten Bereich: Knapp zwei Drittel sind Teilzeitkräfte, die Mehrheit ist weiblich und der Anteil des Personals ab 50 Jahren liegt bei 42,0 %.

 

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