Pflegekammer-Entwicklung

Eine repräsentative Befragung zum Ende des letzten Jahres unter 1.500 Pflegefachkräften in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten in NRW hat ergeben, dass 79% der Befragten für eine berufsständische Organisation in einer Pflegekammer sind. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat die Ergebnisse dieser Studie Anfang des Jahres vorgestellt und betont, dass noch vor der Sommerpause ein entsprechender Gesetzesentwurf zur Errichtung einer Pflegekammer in den Landtag eingebracht werden soll. Mit Einführung einer Pflegekammer in NRW sollen analog der Ärztekammern Aufgaben für die Berufsgruppe der Pflegefachkräfte, wie etwa die Sicherung der Pflegequalität, die Festlegung und Überwachung der Standards für eine gute Berufsausübung oder auch die Entwicklung von Fort- und Weiterbildungsangeboten, wahrgenommen werden, die bisher nicht berufsständisch organisiert sind. Darüber hinaus kann die Pflegekammer eine Berufsordnung für Pflegefachkräfte erlassen oder ihre Mitglieder bspw. bei Gesetzgebungsverfahren vertreten.

Auch in Brandenburg wurde fast zeitgleich zur Befragung in NRW eine Befragung von ca. 1.700 Pflegefachkräften zur berufsständischen Organisation in Form einer Pflegekammer durchgeführt. 56% der befragten Teilnehmer haben für eine Pflegekammer gestimmt.

Die Befragungen in NRW und Brandenburg folgen auf die Befragung der Pflegefachkräfte in Baden-Württemberg im Sommer des vergangenen Jahres. Dieser Studie zufolge haben rund 68% der befragten Pflegefachkräfte für eine Pflegekammer nach dem Vorbild der Ärzte- bzw. Apothekerkammern gestimmt. 26% waren gegen eine derartige Organisation.

Aufgrund des eindeutigen Ergebnisses im einwohnerstärksten Bundesland mit etwa 200.000 Pflegefachkräfte sprachen sich sowohl der Bundesbevollmächtigte für Pflege Andreas Westerfellhaus wie auch der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erneut für eine berufsständische Organisation auf Bundesebene aus. Die Argumente für eine derartige berufsständische Organisation liegen insbesondere in der selbständigen Vertretung eigener Interessen sowie in der Schaffung einer eigenen legitimierten Institution analog der Bundesärztekammer, die Ansprechpartner für die Politik ist und gleichzeitig das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Pflegefachkräfte fördert.

Die bereits gegründeten Pflegekammern in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben mit ihren Arbeiten in den jeweiligen Bundesländern begonnen und könnten in Kürze die Gründung einer Bundespflegekammer gemeinsam mit dem Deutschen Pflegerat vorantreiben.

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