Geringwertige Wirtschaftsgüter im NKF

Die Schwelle für sog. Geringwertige Wirtschaftsgüter wird von bislang € 410 netto auf € 800 netto erhöht. Betroffen hiervon sind selbstständig nutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, wie beispielsweise Schreibgeräte, Tablets oder Büro- und Geschäftsausstattung. Deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten (oder der an deren Stelle tretende Wert) können künftig bis zu einem Wert von € 800 netto unmittelbar als Aufwand werden.

Gleichzeitig sind mit dem 2. NKFWG NRW die ehemaligen §§ 33 Abs. 4 und 35 Abs. 2 GemHVO in einen neuen § 36 Abs. 3 KomHVO gebündelt worden. Dieses Vorgehen und der neu formulierte § 30 Abs. 4 KomHVO lassen den Rückschluss zu, dass der Gesetzgeber den Bilanzierenden unter bestimmten Umständen von sämtlichen Verpflichtungen rund um das Thema Anlagevermögen und Inventarisierung befreien möchte, wenn das Wahlrecht in Anspruch genommen wird.

Aus diesem Grunde wird im § 36 Abs. 3 KomHVO nunmehr geregelt, dass in diesen Fällen die entsprechenden Geschäftsvorfälle als Auszahlung (=Aufwand) der laufenden Verwaltungstätigkeit behandelt werden. Die Aufwendungen sind somit nicht mehr unter den Abschreibungen (Erst Zugang Sachanlagevermögen, dann Abschreibung GWG) zu erfassen. Dies hätte dementsprechend auch Folgen hinsichtlich des investiven Charakters dieser Geschäftsvorfälle.

Diese Lesart kann man aus der reinen inhaltlichen Interpretation der neuen Verordnung schließen. Aktuell wird der Kommentar der GPA Gemeindeprüfungsanstalt aufgrund der Änderungen des 2. NKFWG zur GO und KomHVO überarbeitet. Die aktualisierte Fassung des GPA-Kommentars soll auskunftsgemäß in einigen Wochen erscheinen.

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