Deutschland-Index Digitalisierung 2019

Im Vergleich zur letzten Erhebung sind Fortschritte im Bereich der digitalen Infrastruktur zu verzeichnen, wenngleich Glasfaseranschlüsse noch keine nennenswerte Rolle spielen. Das Ziel einer flächendeckenden Breitbandversorgung mit 50 Mbit/s erreichte kein Bundesland. Die digitalen Angebote der Kommunen konnten im Vergleich zur ersten Erhebung 2017 deutlich aufholen. Allerdings sind diese Fortschritte darauf zurückzuführen, dass eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsebenen stattfindet oder Bürger ihre Anliegen mit Hilfe elektronischer Medien („Mängelmelder“) vortragen können.

Die Bereitstellung von elektronischen Verwaltungsleistungen wird immer noch stiefmütterlich von den Kommunen behandelt. Aufgrund des Onlinezugangsgesetz ist die öffentliche Verwaltung verpflichtet, ihre wesentlichen Verwaltungsleistungen bis 2023 digital anzubieten. 

Der Deutschland-Index Digitalisierung zeigt auf, dass derzeit im Schnitt nur 19% der Verwaltungsleistungen vollständig elektronisch verfügbar sind. Für die öffentliche Verwaltung wird es eine große Herausforderung, die übrigen Leistungen in der verbleibenden Zeit zu digitalisieren.

Gewerbeanmeldungen werden am häufigsten elektronisch angeboten und genutzt. Steigerungen sind aber auch bei der elektronischen Beantragung von Baugenehmigungen zu verzeichnen. Das Projekt i-KFZ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) digitalisiert das Fahrzeugzulassungswesen. Daher ist nach dessen Produktivsetzung mit einem deutlichen Anstieg der elektronischen KFZ-Zulassung zu rechnen. Weitere häufig elektronisch genutzte Verwaltungsleistungen sind Melderegisterauskünfte und Wohngeldanträge.

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