Ausgliederung Pflegebudget

Mit der Pflegepersonalkostenabgrenzungsvereinbarung wurden die ersten Informationen zur Vorgehensweise bei der Ausgliederung der Pflege aus den Fallpauschalen veröffentlicht. Wenngleich wichtige Konkretisierungen der Zuordnung von Berufsgruppen und deren pflegerischer Tätigkeiten noch auf sich warten lassen, kann anhand des Abschlussberichts des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) zum DRG-Katalog 2019 eine Einschätzung der auszugliedernden Erlösanteile getroffen werden.

Die Selbstverwaltung hat sich darauf geeinigt, dass die auszugliedernden Kosten- bzw. Erlösanteile in der Spalte „Pflegedienst“ und dort in den Zeilen „Normalstation“, „Intensivstation“, „Dialyseabteilung“ und „Patientenaufnahme“ – letztere sofern bettenführend – zu finden sein sollen. Dabei sind die Anteile der Dialyseabteilung und der Patientenaufnahme insgesamt nur von marginaler Bedeutung: Die Patientenaufnahme macht nur bei 15 von insgesamt 1.286 für Hauptabteilungen kalkulierten DRGs einen Anteil von ≥ 1 % der Gesamterlöse aus. Eine Trennung in bettenführend oder nicht ist deshalb für Analysezwecke verzichtbar. Für die Dialyseabteilung werden lediglich in 4 DRGs (L60A-C, L71Z) Pflegeerlöse ausgewiesen; es handelt sich auch hier nur um 1,7 bis 4,8 % des jeweiligen Fallpauschalenerlöses.

Extremwerte der auszugliedernden Erlösanteile bilden auf Basis des 2019er Fallpauschalenkatalogs einerseits DRGs mit aufwendigen Implantaten (z. B. Kochleaimplantat D01B) mit nur 2 bis 5 % Pflegeanteil sowie andererseits Frühgeborene mit Anteilen zwischen 40 und 45 % Pflege. Langzeitbeatmungs-DRGs liegen i. d. R. bei etwa 30 % Pflegeanteil.

Wir verfügen über einen aktuellen Datenbestand von über 1 Mio. Krankenhausfällen. Die nachfolgende Grafik zeigt für die am häufigsten darin enthaltenen (Sub-)Disziplinen zuzüglich der Neonatologie den entsprechend der Pflegepersonalkostenausgliederung enthaltenen und auszugliedernden Anteil des Pflegepersonals.

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Die Sachkostenkorrektur des InEK (Abwertung des medizinischen Bedarfs um 6,47 %, Aufwertung der Personal- und Infrastrukturkosten um 1,68 %) haben wir in den Ergebnissen berücksichtigt, nicht jedoch einen abweichenden Verteilungsschlüssel für Erlöse aus Verweildauerzu- und Abschlägen. Nach unseren Erfahrungen verursacht eine differenziertere Zuordnung insgesamt nur selten größere Verschiebungen. Die Schwankungsbreite hinsichtlich des Pflegekostenanteils dürfte krankenhausbezogen +/- 0,5 Prozentpunkt betragen.

Tendenziell ist für schneidende Disziplinen eine geringere Ausgliederung zu erwarten als für konservative Fächer. Die Spannweite liegt zwischen 14 % und 42 %. Im gewogenen Mittel erwarten wir anhand der derzeit vorliegenden Informationen ca. 21 % auszugliedernden Pflegeanteil. Die ebenfalls auszugliedernden Erlöse aus pflegerelevanten Zusatzentgelten (PKMS und Pflegegrade) machen krankenhausindividuell normalerweise zwischen 0,3 % und 1,0 % des DRG-Umsatzes aus. Über den ebenfalls individuellen Effekt aus Zusatzentgelten für palliativmedizinische Komplexbehandlungen kann derzeit nur spekuliert werden.

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