Pflexit: Krankenhausfinanzierung 2020 nimmt Formen an

Verabschiedung des MDK-Reformgesetzes vom 7. November

Mit der Verabschiedung des MDK-Reformgesetzes am 7. November stehen die wesentlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen fest – im Prinzip kann jetzt das Budget 2020 verhandelt werden.

Der Betriebskostenfinanzierung allgemeiner Krankenhäuser steht 2020 die größte Veränderung seit Einführung der DRG-Fallpauschalen bevor. Nach zähen Verhandlungen hat sich die Selbstverwaltung auf den aG-DRG-Katalog sowie den neuen Pflegeerlöskatalog verständigt. Letztendlich wurden den Krankenhäusern rund 200 Mio. EUR aus der verbleibenden Pauschalvergütung entzogen.

Für die Wirtschaftsplanung 2020 steht fest, dass für die Berechnung des Bundesbasisfallwerts die Veränderungsrate (3,66 %) und nicht der Orientierungswert (2,99 %) maßgeblich ist. Rechnerisch ergibt sich daraus zunächst ein unterer Korridorwert von 3.633,74 EUR, der in Folge der für 2019 festgestellten Tarifrate noch um 0,23 % steigen dürfte.

Erhöhungen dieser Untergrenze für den Landesbasisfallwert sollten sich noch mindestens aus der 0,3 %-igen Anhebung aufgrund des Wegfalls des Pflegezuschlags, dem Tarifausgleich 2019 sowie der Einpreisung des Hygienezuschlags in die Landesbasisfallwerte ergeben.

Hinsichtlich der drohenden Liquiditätsproblematik bei nicht prospektiver hausindividueller Vereinbarung über das Pflegebudget ist im Rahmen des MDK-Reformgesetzes eine Lösung gefunden worden: Ausgehend von einem provisorischen bundeseinheitlichen Pflegeentgeltwert in Höhe von 146,55 Euro kann eine Abrechnung auf Basis des Pflegeerlöskatalogs, d. h. der Bewertungsrelationen für die Pflegeleistungen auf bettenführenden Stationen, erfolgen. Der pauschale Ansatz von 130 EUR je vollstationären Tag ist damit vom Tisch.

Die Ungewissheit über die Höhe des individuellen Pflegebudgets wird die Krankenhäuser voraussichtlich noch lange in das Jahr 2020 hinein in Atem halten. Da wirkt es immerhin beruhigend, dass liquiditätsmäßig zunächst keine Gefahr droht. Somit besteht auch keine Notwendigkeit mehr, die Budgetverhandlungen 2020 frühestmöglich zu führen.

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