Stationären Notfallversorgung

Am 19. April 2018 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Regelungen zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern beschlossen. Dies soll zu einer zeitnahen und guten medizinischen Versorgung von Notfallpatienten beitragen sowie die stationäre Notfallversorgung auch in strukturschwachen Regionen sichern.

Je nach Art und Umfang der strukturellen, personellen und medizinischen Vorhaltungen wurden 3 Stufen mit konkreten Anforderungen festgelegt:

  • 1. Basisnotfallversorgung
  • 2. Erweiterte Notfallversorgung
  • 3. Umfassende Notfallversorgung

In Abhängigkeit der jeweilig erreichten Stufe wird es unterschiedlich hohe Zuschläge für die Krankenhäuser geben. Kliniken, die die Mindestanforderungen nicht erfüllen und sich damit nicht an der stationären Notfallversorgung beteiligen, erhalten keine Zuschläge bzw. müssen sogar Abschläge hinnehmen.

Sofern Krankenhäuser, die zur Sicherstellung einer flächendeckenden Basisversorgung notwendig sind und unter die Sicherstellungszuschläge-Regelungen fallen, eine internistische und chirurgische Abteilung vorhalten, sind diese mindestens entsprechend der Stufe 1 zu behandeln. Ebenso ergeben sich für Häuser, die spezielle Notfallversorgungsangebote wie z. B. die Schwerverletztenversorgung, die Versorgung von Kindern und Jugendlichen oder von Schlaganfällen vorhalten, entsprechende Zuschläge. Ermöglicht durch eine Öffnungsklausel können darüber hinaus auch Krankenhausplanungsbehörden der Länder Kliniken als Spezialversorger ausweisen, die somit an der Notfallversorgung teilnehmen und keine Abschläge leisten müssen.

Wichtig ist, dass die allgemeine Pflicht zur Hilfeleistung im Notfall unabhängig von diesem Versorgungskonzept weiterhin besteht!

Wie den Ausführungen des G-BA zu entnehmen ist, werden ca. 1.120 von den jetzigen 1.748 allgemeinen Krankenhäusern (64 %), die ca. 95 % aller Notfälle versorgt haben, Zuschläge für die Notfallversorgung erhalten.

Krankenhäuser werden durch diesen Beschluss noch intensiver gezwungen, die Vorhaltung der eigenen Notfallstrukturen genau zu beleuchten und auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen.

Ganz entscheidend in diesem Zusammenhang werden Höhe und Ausgestaltung der Zu- und Abschläge sein, die von den Selbstverwaltungspartnern bis zum 30.06.2018 definiert werden sollen.

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