Starke Variation bei Heimentgelten

Die professionelle Pflege älterer Menschen gewinnt in unserer Gesellschaft immens an Bedeutung. Im Bereich der stationären Pflege zeigt sich, dass die Heimentgelte regional stark variieren. Es stellt sich die Frage, ob sich höhere Pflegesätze auch in einer besseren Pflegequalität bemerkbar machen.

Methodik: Wir haben in einer vereinfachenden Betrachtung die Heimnoten aus den Qualitäts-Prüfdaten von stationären Pflegeheimen bundesweit im Zusammenhang mit dem durchschnittlichen Pflegesatz bzw. dem von den Bewohnern insgesamt zu tragenden Eigenanteilen (EEE + U/V + Invest abzüglich Zuschuss Pflegekassen) von über 12.000 Heimen gesetzt.

Frühere Studien bzw. Analysen von Dr. Augurzky/RWI haben am Beispiel Rheinland-Pfalz mögliche Zusammenhänge mit der stationären Platzzahl, der regionalen Siedlungsstruktur und der Trägerschaft des Heimes. Ergebnisse betrachtet. Die Ergebnisse von RWI damals zeigten, dass höhere Preise tendenziell mit besseren strukturellen Bedingungen (Ausstattung und Pflegedienstleitung) und auch mit einem besseren Qualitätsmanagement einhergehen. Es fehlt allerdings ein Einfluss der Höhe der Heimentgelte auf die Ergebnisqualität. RWI kam damals zu dem Ergebnis, dass es nicht gelingt, bei guten strukturellen Voraussetzungen und besserem Qualitätsmanagement, auch die Qualität der direkten Pflege zu steigern.

Schlussfolgerung RWI damals: "Insgesamt bleibt festzustellen, dass weitere Faktoren einen Einfluss auf die Qualität eines Heimes haben müssen. Welche Faktoren dies sind, bleibt weiterhin unbeantwortet. RWI kam zu dem Ergebnis, dass ein einfacher Rückgriff auf die finanzielle Ausstattung sich widerlegen lässt."

Verschafft man sich einen Überblick über die jeweils teuersten Pflegeregionen Deutschlands, so ergeben sich nach unseren Analysen stark konzentrierte Verteilungsmuster in der Bundesrepublik.

Werden alle Kostenarten, die durch den Bewohner zu zahlen sind (EEE, Investitionskosten und U+V Kosten), zusammenaddiert, so ist die teuerste Region Nordrhein-Westfalen mit Eigenanteilen in Höhe von € 2.297,58. Hochpreisig sind ebenfalls das Saarland mit € 2.251,95 gefolgt von Baden-Württemberg mit € 2.014,29.

Die geringsten Kosten sind von den Heimbewohnern in Sachsen-Anhalt (€ 1.146,87) und Mecklenburg-Vorpommern (€ 1.192,60) zu tragen. Es zeigt sich ein eindeutiges Gefälle in Bezug auf die vom Bewohner zu zahlenden Kosten zwischen den alten zu den neuen Bundeländern. Dies stellt mitunter für die westlichen Bundesländer an den Landesgrenzen zu den östlichen Bundesländern eine besondere Herausforderung dar.

Nach unseren Analysen ausgehend von dem im AOK-Pflegenavigator hinterlegten Daten führen diese Unterschiede in den Eigenanteilen jedoch in den östlichen Bundesländern nicht zu einer schlechteren Benotung der Pflegequalität durch den MDK, da die Heimnoten in den östlichen stationären Pflegeeinrichtungen mit einer durchschnittlichen Note von 1,2 leicht besser ausfällt als in den westlichen Pflegeeinrichtungen (durchschnittlichen Note von 1,3).

Nach unserer Analyse nimmt die Pflegequalität ausgehend von der Heimnote (mit Ausnahme von einzelnen Ausreißern) bei einer differenzierten Betrachtung zwischen östlichen und westlichen Bundesländern tendenziell mit steigenden Kosten und den von den Heimbewohnern zu tragenden Eigenanteilen zu.

In einer vertiefenden Betrachtung eines einzelnen Bundeslandes zeigt sich am Beispiel der Bundeslandes NRW, dass 34%=717 Einrichtungen die Heimnote 1,0 erreichen und im Pflegegrad 2 bis 5 insgesamt nach Abzug der Pflegekassenzuschüsse (inkl. U+V + Invest.) einen Eigenanteil von durchschnittlich € 2.384 aufweisen. Demgegenüber erreichen 24,6%=521 Einrichtungen die Heimnote 1,5 und schlechter und weisen im Pflegegrad 2 bis 5 insgesamt nach Abzug der Pflegekassenzuschüsse (inkl. U+V + Invest.) einen Eigenanteil von durchschnittlich € 2.181 auf.

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