Warum kann Shared Leadership gute Führung stärken?
Zum einen, weil Verantwortung und Arbeitsbelastung auf mehrere Schultern verteilt werden. Die Erwartung, dass eine einzelne Führungskraft fachliche, personelle und strategische Verantwortung gleichermaßen tragen soll, stößt in vielen Organisationen zunehmend an Grenzen – insbesondere in Kontexten mit hoher Komplexität, Personalknappheit und engem wirtschaftlichen Rahmen, wie wir sie aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft kennen.
Zum anderen eröffnet geteilte Führung neue Spielräume für Arbeitszeit- und Lebensmodelle. Wenn Leitungsverantwortung zwischen mehreren Personen aufgeteilt ist, werden Teilzeitmodelle, flexible Arbeitszeiten oder Phasen der Entlastung realistischer – ein wichtiger Faktor, gerade, wenn z. B. parallel Care-Arbeit noch geleistet werden muss (die noch immer überwiegend von Frauen getragen wird). Shared Leadership kann so dazu beitragen, dass Frauen (und Männer) nicht zwischen Führungsverantwortung und Lebensrealität wählen müssen, sondern beides besser miteinander verbinden können.
Ein weiterer Aspekt ist die Vielfalt in der Führung: Wenn mehr Personen Verantwortung tragen, entstehen automatisch mehr Perspektiven. In Studien zur Nonprofit-Führung wird Shared Leadership mit inklusiveren Kulturen, stärkerer Beteiligung und höherer Resilienz der Organisationen verbunden. Für Frauen bedeutet das: Räume, in denen partizipative, kommunikative und werteorientierte Führungsstile ausdrücklich erwünscht sind – nicht nur als „Soft Skills“, sondern als zentrale Ressource für die Organisation.