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Kennzahlenprojekt des DVKC auf der der Zielgraden

Ziele, Inhalte und Nutzungsmöglichkeiten im Überblick

Krankenhäuser steuern heute unter permanentem Veränderungsdruck. Ambulantisierung, Hybrid-DRGs, regulatorische Eingriffe und Personalknappheit verschieben Leistungs- und Erlösstrukturen kontinuierlich. Das zentrale Problem ist dabei selten der Mangel an Daten, sondern fehlende gemeinsame Sprache, unklare Verantwortlichkeiten und eine unzureichende Übersetzung von Kennzahlen in konkrete Handlungsansätze. 

Ziele des Standards

Der DVKC verfolgt mit dem CS400 das Ziel, Steuerung systematisch zu strukturieren. Im Fokus steht erstens aus der denkbaren Menge sinnvoller Kennzahlen die Essenz für die oberste Leitungsebene herauszufiltern und zweitens die Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses über Definition, Abgrenzung/Zusammenhänge, Beeinflussbarkeit und Verantwortlichkeiten. Auf der Basis sollen Entwicklungen für die Führungsebene leicht zu erkennen und einzuordnen sein, um interprofessionelles Entscheiden und Handeln zu erleichtern.

Inhalte des Standards

Kernbestandteile sind One-Pager mit adressatengerechten Kennzahlenblöcken für die oberste Leitungsebene (CEO), die ärztliche Direktion und die Pflegedirektion sowie ein umfassendes Glossar.

Die One-Pager verdichten je nach Adressat Leistungs-, Finanz-, Personal- Prozess- und Qualitätskennzahlen zu einem konsistenten Lagebild. Er zeigt, wo Entwicklungen Erwartungen bestätigen oder verlassen. Das Glossar ergänzt diese Übersicht um die fachliche Einordnung der Kennzahlen:

  • Definition und Abgrenzung der Kennzahl
  • relevante Einflussfaktoren
  • wichtige Zusammenhänge
  • mögliche Handlungsfelder zur Beeinflussung der gemessenen Größen
  • Zuordnung von Verantwortlichkeiten

Kennzahlen erhalten somit eine definierte „Adresse“. Verantwortung wird dabei als Steuerungsauftrag verstanden, nicht als Schuldzuweisung. Ärztlicher Dienst, Pflege, Management und Controlling werden mit ihren jeweiligen Einflussmöglichkeiten sichtbar gemacht.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der systematischen Verknüpfung von Kennzahlen. Einzelwerte werden nicht isoliert betrachtet, sondern in ihren Wechselwirkungen analysiert. So lassen sich widersprüchlich erscheinende Entwicklungen – etwa sinkende Auslastung bei steigender Mehrarbeit oder stabile Auslastung bei zunehmender Verweildauer – strukturiert einordnen.

Nutzungsmöglichkeiten

Das System dient als Steuerungs- und Kommunikationsinstrument. Es unterstützt:

  • die strukturierte Abweichungsanalyse
  • die Priorisierung von Maßnahmen auf Leitungsebene
  • die interprofessionelle Verständigung zwischen Medizin, Pflege, Management und Controlling
  • die Klärung von Zuständigkeiten und Einflussmöglichkeiten
  • die Entlastung der Führung durch klar definierte Begriffe und verbesserte Informationslage

Diskussionen verschieben sich dadurch von Interpretationsfragen hin zu gemeinsamen Handlungsinitiativen. Führung wird konsentierter und zugleich verbindlicher. 

Stand der Entwicklung

Die drei One-Pager sowie das Glossar wurden von der AG Kennzahlen und Reporting Standards für somatische Krankenhäuser (AG KeReS) unter der Leitung von Frank Wacker und Andreas Weiß entwickelt und werden auf dem DKCT am 28./29.04.2026 erstmals vollständig präsentiert. Schauen Sie gerne vorbei!