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Mutig zur Klimaneutralität

Treibhausgase & ESG-Kennzahlen erheben

Um verbindliche Klimaneutralitätsziele zu erreichen, müssen Unternehmen Treibhaus-gasemissionen systematisch erfassen, bewerten und steuern. In der Praxis fehlt dafür jedoch häufig eine belastbare Datenbasis. Energieverbräuche, Fuhrpark, Geschäftsreisen, Pendelverkehr, Beschaffung und Abfälle werden zwar operativ gesteuert, aber nicht konsistent als Emissionsquellen bilanziert und zu aussagekräftigen Kennzahlen verdichtet. Mit der Erhebung von Nachhaltigkeitskennzahlen werden Klimaziele konkretisiert, Prioritäten klarer erkennbar und die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen besser nachvollziehbar.

Klimaneutralität als Zielgröße

Klimaneutralität ist für viele Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft kein abstraktes Leitbild mehr, sondern ein verbindliches Ziel. Risikobewertungen, Finanzierungskonditionen und Erwartungen von Aufsichtsbehörden, Trägern und Öffentlichkeit führen dazu, dass Treibhausgas-Emissionen künftig als Steuerungsgröße in der Unternehmensführung integriert werden. Banken und Fördermittelgeber berücksichtigen Klimarisiken und ESG-Leistungsfähigkeit bereits bei der Entscheidung über Kreditkonditionen. Unternehmen, die keine professionelle Treibhausgas-Bilanzierung oder ein strukturiertes ESG-Reporting vorweisen, laufen Gefahr, Anforderungen nur mit hohem Aufwand erfüllen zu können oder Chancen bei Finanzierung und Förderung zu verpassen.

Grundlage: Treibhausgas-Bilanz

Eine methodisch saubere Treibhausgas-Bilanzierung bildet daher die Grundlage jeder belastbaren Klimaneutralitätsstrategie. Zu Beginn wird definiert, welche Bereiche in die Betrachtung einfließen:

  • Welche rechtlichen Einheiten, Standorte und Leistungsbereiche werden einbezogen?
  • Wie werden indirekte Emissionen quantifiziert? 

Anschließend werden Emissionsquellen den Kategorien Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (indirekte Emissionen aus eingekauftem Strom, Wärme oder Kälte) und Scope 3 (Emissionen aus
der Wertschöpfungskette) zugeordnet. Dazu werden vorhandene Datenquellen identifiziert, etwa Rechnungen, Zählerstände, Fuhrpark- und Reisekostenabrechnungen oder Abfallnachweise Die Emissionen werden mithilfe anerkannter Emissionsfaktoren vom Umweltbundesamt in Tonnen CO2-Äquivalente (tCO2e) umgerechnet. Annahmen, Faktoren und Schätzungen sind nachvollziehbar zu dokumentieren, damit Ergebnisse überprüfbar bleiben und im Zeitverlauf konsistent fortgeschrieben werden können. Bewährt hat sich hierbei ein gestuftes Vorgehen: Zunächst werden die wesentlichen Emissionsquellen (z. B. Wärme, Strom, Fuhrpark) bilanziert, anschließend wird die Bilanz schrittweise um weitere Scope-3-Kategorien ergänzt. So können Einrichtungen auch mit zunächst unvollständigen Daten starten und ihre Berichterstattung sukzessive präzisieren.

KI-gestützte Auswertungen

Wie aus einer Einzelkennzahl ein steuerungsfähiges Gesamtbild entsteht, wird am Beispiel des Curacon ESG-Radars deutlich. Darin können zentrale Handlungsfelder mit Kennzahlen – beispielsweise Treibhausgas-Emissionen, Energie und Wärme, Wasser, Abfall, Mobilität, Mitarbeiterfluktuation und die Frauenquote – in Kontrollorganen systematisch abgebildet werden. Unterteilt nach Themenfeldern lassen sich so Handlungspotenziale aufdecken. Mithilfe der größten und stetig wachsenden Datenbank veröffentlichter Nachhaltigkeitsberichte aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft von Curacon lassen sich anschließend praxiserprobte Maßnahmen passend zu den eigenen Handlungsfeldern herausfiltern, in die Unternehmen zur eigenen Weiterentwicklung investieren können. 

KI-gestützte Auswertungen wie im Curacon ESG-Radar helfen Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft dabei, Unternehmen mit vergleichbaren Profilen zu identifizieren sowie auffällige Kennzahlen und praxiserprobte Best Practices herauszufiltern. Die fachliche Bewertung bleibt dabei immer Aufgabe der Verantwortlichen vor Ort, wird aber durch KI-gestützte Vergleichsdaten deutlich erleichtert.

FAZIT

Treibhausgas-Bilanzierung schafft Transparenz über eigene Emissionsquellen. Ein Benchmarking bietet Unternehmen die Möglichkeit, die eigenen Kennzahlen intern und im Branchenvergleich einzuordnen und unterstützt sie zielführend bei der Priorisierung von Handlungsfeldern, Investitionsentscheidungen und laufendem ESG-Monitoring. Auf diese Weise können Unternehmen ihre Klimaneutralitätsziele unternehmensspezifisch verfolgen und ihren Fortschritt transparent dokumentieren.

Dieser Artikel stammt aus unserem Mandantenmagazin Curacontact, das 4 x im Jahr aktuelle Themen für die Gesundheits- und Sozialwirtschaft, für Öffentlichen Sektor und Kirche aufbereitet. Interesse? Dann füllen Sie ganz einfach das Formular aus. Jetzt abonnieren!