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Transformationsfonds

Erfolgreiche Antragstellung

Der Krankenhaus-Transformationsfonds (KHTF) ist das zentrale Förderinstrument der deutschen Krankenhausreform – 50 Milliarden Euro werden in den nächsten zehn Jahren in jährlichen Portionen nach dem Königsteiner Schlüssel an die Länder ausgeschüttet. Für das Förderjahr 2026 ist die Antragstellung weitgehend abgeschlossen, sofern keine Voranmeldung erfolgt ist. Umso wichtiger ist es nun, den Blick nach vorn zu richten und sich frühzeitig auf das nächste Antragsjahr vorzubereiten. Krankenhausträger, die jetzt aktiv werden, erhöhen nicht nur ihre Chancen auf Fördermittel, sondern sichern sich zugleich entscheidende strategische Vorteile in der zukünftigen Versorgungslandschaft.

Das Antragsverfahren

Die Antragstellung für Mittel aus dem KHTF erfolgt in einem bundesweit einheitlichen, zweistufigen Verfahren. Zunächst melden die Krankenhausträger ihren Förderbedarf bei den zuständigen andesministerien. Nach Prüfung und Priorisierung werden die ausgewählten Projekte gesammelt an das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) weitergeleitet. Maßgebliche Kriterien sind dabei, den Fördertatbeständen zu entsprechen, die Fristen strikt einzuhalten sowie die Förderfähigkeit sicherzustellen. 
Die aktuelle Förderrunde zeigt deutlich: Nur wer rechtzeitig agiert, kann die Chancen des KHTF voll ausschöpfen. Der Handlungsdruck ist hoch, denn die Mittel sind begrenzt und die Verfahren komplex. Eine verspätete oder unzureichend vorbereitete Antragstellung führt schnell zum Verlust von Fördermöglichkeiten. Für Krankenhausträger ist es daher entscheidend, den Blick bereits jetzt auf die kommende Runde zu richten und die notwendigen Schritte strukturiert vorzubereiten. Die KHTF-Verordnung, die am 18. April 2025 in Kraft getreten ist, wird voraussichtlich durch das Krankenhausreform-Anpassungsgesetz (KHAG) geändert. Zu erwarten sind Änderungen bei den starren Antragsfristen und eine weniger aufwendige Antragstellung, weil die Insolvenzprüfung entfallen wird.

Strategischer Handlungsplan

Wesentlich für den Erfolg einer Antragstellung sind eine ganzheitliche langfristige Gesamtstrategie sowie eine vorausschauende und systematische Vorgehensweise. Die folgenden Schritte bilden eine logische Reihenfolge, die in der Praxis eine reibungslose Antragstellung unterstützt:

1. Fördertatbestände analysieren

Zu Beginn steht die sorgfältige Analyse: Welche der acht Fördertatbestände sind für die Einrichtung relevant? Welche geplanten Projekte lassen sich diesen zuordnen? Diese Entscheidung ist die Grundlage aller weiteren Schritte.

2. Medizinische Strategie auf den Prüfstand stellen

Förderprojekte müssen Teil einer aktualisierten ganzheitlichen Medizinstrategie sein. In dieser müssen zu erwartende Änderungen des Leistungsportfolios und der Versorgungslandschaft durch
das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) sowie Veränderungen der regionalen sektorenübergreifenden Versorgungsbedarfe bedacht werden. Nur wenn Projekte dem KHVVG
strategisch erkennbar entsprechen und Trends im Gesundheitswesen berücksichtigen, werden sie förderfähig und zukunftssicher sein.

3. Frühzeitige Abstimmung mit Stakeholdern

Der KHTF bietet Chancen für die Finanzierung strategischer Kooperationsprojekte zur Sicherung der regionalen Versorgung. Der Dialog mit Ministerien, Verbänden und regionalen Partnern sollte bereits in einer frühen Phase erfolgen. So lassen sich Anforderungen präzisieren, Synergien nutzen und Doppelstrukturen vermeiden. Gemeinsame Projekte oder abgestimmte Konzepte erhöhen die Förderfähigkeit und verbessern die Chancen auf eine erfolgreiche Bewilligung.

4. Projektideen konkretisieren

Im nächsten Schritt werden belastbare Konzepte ausgearbeitet – mit klaren Zielen, realistischem Zeitplan und überzeugender Nutzenargumentation. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei
auch auf Digitalisierung und IT, beginnend bei interoperablen Systemen bis hin zur Stärkung der IT-Sicherheit. Projekte in diesem Bereich sind nicht nur förderfähig, sondern auch zentral für die künftige Wettbewerbsfähigkeit.

5. Finanzielle Planung sichern

Parallel dazu muss eine belastbare Finanzplanung erfolgen. Förderfähige Kosten, Eigenmittel und Kofinanzierungen sind frühzeitig zu kalkulieren. Ebenso unverzichtbar ist ein professionelles Fördermittelmanagement, das parallel laufende Programme, Fristen und Nachweispflichten koordiniert. Wer hier Strukturen etabliert, reduziert Risiken und erhöht die Chancen auf die Bewilligung von Mitteln erheblich.

6. Rechtliche Rahmenbedingungen prüfen

Von Beginn an ist die Förderung an komplexe rechtliche Rahmenbedingungen geknüpft – beihilfe-und wettbewerbsrechtliche Fragestellungen müssen geklärt sein. Möglicherweise förderschädliche Umstände sind vor der Antragstellung zu bewerten. Zudem sind die Wahl und die korrekte Abgrenzung des Fördertatbestands formaljuristisch zu prüfen.

7. Organisation und Prozesse etablieren

Die Komplexität der Antragstellung erfordert eine klare interne Organisation. Zuständigkeiten müssen eindeutig festgelegt, Projektteams professionell aufgestellt und Entscheidungswege transparent gestaltet werden. Ein strukturiertes Projektmanagement ist Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung.

8. Fristen und Risiken steuern

Ein konsequentes Fristen- und Risikomanagement begleitet den gesamten Prozess. Dazu gehören die laufende Überwachung aller Deadlines, die rechtzeitige Bereitstellung von Nachweisen
sowie die frühzeitige Identifikation möglicher Stolpersteine.

9. Langfristige Perspektive sichern

Alle Projekte sollten in eine umfassende Transformationsstrategie eingebettet sein. Fördermittel sind kein Selbstzweck, sondern Instrumente, um Digitalisierung, Strukturumbau und innovative Versorgungsmodelle nachhaltig voranzubringen. Nur so entsteht ein echter Wettbewerbsvorteil.

FAZIT

Der KHTF bietet Krankenhausträgern erhebliche finanzielle Möglichkeiten zur Neuausrichtung ihrer Strukturen. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Förderrunde: Ohne frühzeitige, strategische Vorbereitung ist die Teilnahme kaum möglich. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Projekte zu entwickeln, Förderfähigkeit sicherzustellen und eine medizinisch wie wirtschaftlich fundierte Gesamtstrategie aufzubauen. Wer vorbereitet in die nächste Antragsrunde geht, verschafft sich nicht nur Zugang zu Fördermitteln, sondern auch entscheidende Vorteile bei der Gestaltung der Versorgungsstrukturen von morgen. Krankenhausträger, die vom KHTF profitieren wollen, müssen ihre Projekte in eine schlüssige Gesamtstrategie einbetten, die sowohl die Anforderungen der Förderlogik als auch die langfristigen Versorgungsbedarfe berücksichtigt.

Dieser Artikel stammt aus unserem Mandantenmagazin Curacontact, das 4 x im Jahr aktuelle Themen für die Gesundheits- und Sozialwirtschaft, für Öffentlichen Sektor und Kirche aufbereitet. Interesse? Jetzt kostenlos abonnieren!