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Wirtschaftsplanung schafft Handlungsspielraum

Wer steuern will, braucht Struktur, Transparenz und klare Prozesse

Die verlässliche Wirtschaftsplanung als strategischer Erfolgsfaktor: Eine präzise und vorausschauende Planung schafft die Grundlage für Liquiditätssicherung, gezielte Steuerung und die erforderliche Transparenz. Die Geschäftsleitung ist zudem gemäß § 1 Abs. 1 StaRUG verpflichtet, potenzielle Entwicklungen mit Gefährdungspotenzial frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. 

Ein etabliertes Frühwarnsystem ist daher ein essenzieller Bestandteil jeder professionellen Planung und sollte integrativ verankert werden. Bei der Erstellung der Wirtschaftsplanung gilt es, alle relevanten Faktoren zu berücksichtigen, um verlässliche Ergebnisse und die Nachvollziehbarkeit von Abweichungen sicherzustellen.

Definition von Zielen als Ausgangspunkt

Der Ausgangspunkt jeder Planung ist die Festlegung messbarer strategischer Ziele für jeden Geschäftsbereich. Sie geben Orientierung und bilden die Grundlage für alle weiteren Schritte. Ein Konsens mit den Führungskräften ist dabei essenziell. 

Planungshorizont und Prämissen: Grundlage für belastbare Ergebnisse

Wir empfehlen eine Vermögens-, Ertrags- und Finanzplanung mit einem Planungshorizont von mindestens 24 Monaten. Planen Sie dabei nicht nur auf Jahresebene sondern zumindest für das Folgejahr den konkreten Monatsverlauf von Erträgen und Aufwendungen. Ergänzend ist eine rollierende Liquiditätsplanung über mind. 13 Wochen sinnvoll – zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit, Steuerung kurzfristiger Risiken und zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen nach StaRUG.

Die Festlegung von Planungsprämissen sollte stets auf nachvollziehbaren und belastbaren Annahmen basieren. Werden Prämissen mit Blick auf ein gewünschtes Ergebnis angepasst (in der Praxis keine Seltenheit), besteht die Gefahr, dass die Planung unrealistische Erwartungen generiert. Dies führt im weiteren Verlauf zu deutlichen Abweichungen zwischen den geplanten und den tatsächlich erzielten Ergebnissen. 

Schwachstellen zeigen sich außerdem häufig bei zu optimistischen Auslastungsannahmen, fehlender Kostentransparenz sowie mangelhafter Abstimmung übergreifender Planungsprämissen.

Dokumentation und Nachvollziehbarkeit: Pflicht statt Kür in der Planung 

In der Praxis beginnt der Planungsprozess für das Folgejahr in der Regel im August oder spätestens im September, wobei der Monatsabschluss Juli oder August als Ausgangsbasis dient. Für einen reibungslosen Ablauf ist es essenziell, Führungskräfte frühzeitig einzubinden und mit standardisierten Planungswerkzeugen zu unterstützen. 

Häufig erfolgt die Wirtschaftsplanung noch immer in Excel, was jedoch eine erhöhte Fehleranfälligkeit birgt. Der Einsatz spezialisierter Planungssoftware mit hohem Automatisierungsgrad trägt signifikant zur Qualitätssicherung bei. Fehlende Prüfroutinen, unklare Rollenverteilung und unzureichende Dokumentation stellen Hindernisse für eine strukturierte und belastbare Planung dar. 

Um das Ausfallrisiko zu minimieren, sollte die Verantwortung für die Wirtschaftsplanung nicht bei Einzelpersonen liegen. Stattdessen empfiehlt sich eine teamorientierte Herangehensweise mit ausführlicher Dokumentation und definierten Vertretungsregelungen.

Eine lückenlose Dokumentation des gesamten Planungsprozesses sowie der zugrunde liegenden Annahmen gewährleistet Transparenz und Nachvollziehbarkeit. So können etwaige Abweichungen im späteren Verlauf systematisch analysiert und plausibel erklärt werden.

Personal und Leistung im Fokus

Eine Planung auf Leistungs- und Personalebene schafft die Grundlage für einen kontinuierlichen Plan-Ist-Vergleich und ermöglicht die frühzeitige Identifikation von Abweichungen. Da die Personalkosten einen wesentlichen Bestandteil der Gesamtaufwendungen ausmachen, ist ihre transparente und vorausschauende Erfassung von zentraler Bedeutung für strategisch fundierte Entscheidungen und die Sicherstellung der Liquidität. Die detaillierte Planung sollte auf Einzelpositionsebene im Monatsverlauf erfolgen und zukünftige Entwicklungen, wie etwa Tarifsteigerungen und Sonderzahlungen, angemessen berücksichtigen. Die Personalbemessung ist dabei eng an die geplante Leistungserbringung zu koppeln, um Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Für die Akzeptanz und Qualität ist die Einbindung der Führungskräfte entscheidend.

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