Kennzahl des Monats - Februar 2019: 51,7 % Anteil der Angehörigenpflege

Nachdem der Versorgungsanteil in der Pflege allein durch Angehörige in 2005 noch bei 46,0 % gelegen hat, wuchs dieser bis 2017 auf 51,7 % an.

Eine deutliche Botschaft der Pflegestatistik des statistischen Bundesamtes stellt der Anstieg der Pflegebedürftigen um 19 % auf 3,4 Millionen im Vergleich zu 2015 dar. Vor allem der Anteil der zu Hause Versorgten ist dabei stärker gewachsen als der der vollstationären Fälle. Die Mehrheit der zu Hause versorgten Personen werden dabei von Angehörigen gepflegt.

Anteil der Versorgungsarten im Jahresvergleich von 2003 bis 2017 als Grafik. Circa 30& vollständige Versorgung. Leichte Abnahme im Jahresvergleich. Circa 20% mit ambulantem Pflegedienst. Cira 50% allein durch Angehörige.

Quelle: Pflegestatistik 2017 (destatis 2018)

Trotz der verstärkten Anreize im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze zum Ausbau der ambulanten Versorgung ist der Versorgungsanteil seit 2009 nur geringfügig von 23,7 % auf 24,3 % in 2017 gestiegen. Nach einem Hoch in 2005 ist der Versorgungsanteil der stationären Pflege inzwischen von 30,9 % auf 24,0 % in 2017 gesunken. Nachdem der Versorgungsanteil in der Pflege allein durch Angehörige in 2005 noch bei 46,0 % gelegen hat, ist dieser bis 2017 auf 51,7 % angewachsen.

Die ambulante Pflege betrifft vermehrt die Pflegegrade 2 und 3, aber über 91.000 Pflegebedürftige mit Pflegegrad 5 werden auch zu Hause versorgt.

Grafik Anzahl der Pflegebedürftigen nach Pflegegrad und Versorgungsart

Quelle: Pflegestatistik 2017 (destatis 2018)

Die Ausweitung der Pflege allein durch Angehörige wird sich nicht unbegrenzt fortschreiben lassen. Wahrscheinlich ist, dass sich dieser Trend mittelfristig umkehren wird. Dies wird den Personalbedarf in der professionellen Pflege zusätzlich vergrößern.

(Jan Grabow, Geschäftsführender Partner)

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