Kennzahl des Monats - Februar 2020:
210 Euro Anstieg des einrichtungseinheitlichen Eigenanteils (EEE)

Kostenbelastungen für die Pflegebedürftigen steigen aktuell (Februar 2020) im Vergleich zum Mai 2017 um 210 Euro, bzw. 34,3%

Für die Beurteilung der zeitlichen Entwicklung der Pflegeheimkosten wurden Anfang Februar 2020 Kostensätze von fast 11.000 Pflegeheimen aus dem Pflegenavigator im Bereich einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) analysiert. Diese wurde mit Vergleichsdaten je Bundesland aus dem Pflegelotsen zum Stand Mai 2017 verglichen.

Lag im Mai 2017 der bundesdurchschnittlichen EEE noch bei einem Wert von monatlich 587 Euro, so ergibt sich aktuell ein Anstieg auf 779 Euro pro Monat – das entspricht einem Anstieg von 210 Euro bzw. 34 %. Je Bundesland fällt die Entwicklung sehr unterschiedlich aus. Aufgrund der niedrigen Ausgangsbasis fällt der EEE insbesondere in Thüringen (+ 102 %), in Sachsen (+ 83 %), Sachsen-Anhalt (+ 81 %), aber auch in Schleswig-Holstein (+ 78 %) besonders hoch aus. Diese zum Teil drastischen Kostensteigerungen sind bereits von der Politik wahrgenommen worden und haben u.a. in Gesetzesänderungen über das Angehörigenentlastungsgesetz zum Schutz der Angehörigen ihren Niederschlag gefunden.

Quelle: Vergleich AOK-Pflegenavigator Stand 10.02.2020; vdek-Pflegelotse Stand Mai 2017

"Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für gute Pflege werden eine verbesserte Vergütung der Pflegekräfte sowie zu erwartenden Nachjustierungen in der Personalausstattung von Pflegeheimen zu weiteren Kostensteigerungen führen. Es ist zu erwarten, dass die von den Pflegebedürftigen zu tragenden Kostenbelastungen gedeckelt werden und die Mehrkosten von der Solidargemeinschaft über Steuermittel zu tragen sind. Dies trägt strategisch auch dazu dabei, die Heimkosten für die Pflegebedürftigen zu senken und die „Zutrittsbarrieren“ zu reduzieren."

Jan Grabow