Kennzahl des Monats - Juli 2018: 1,91 Pflegegradmix

Seit Januar 2017 ist die durchschnittliche Pflegeintensität in stationären Pflegeeinrichtungen leicht gesunken. Es bestehen allerdings große Unterschiede zwischen den Einrichtungen bezüglich der Intensität und der Richtung der Veränderung des Pflegegradmixes in den letzten eineinhalb Jahren.

Der Pflegegradmix gibt die gewichtete durchschnittliche Pflegeintensität einer stationären Altenhilfeeinrichtung an. Hierbei werden die Belegtage je Pflegegrad mit den nach Herrn Prof. Rothgang benannten Gewichten (PG1: 1 / PG2: 1,29 / PG3: 1,75 / PG4: 2,24 / PG5: 2,46) multipliziert, aufsummiert und durch die Gesamtzahl der Belegtage geteilt. In einer von Curacon durchgeführten Befragung von ca. 500 Einrichtungen ergab sich für April 2018 ein durchschnittlicher Pflegegradmix von 1,91. Dieser Wert entspricht einer Einrichtung, die zu zwei Dritteln Bewohner mit Pflegegrad 3 und einem Drittel Pflegegrad 4 versorgt.

Quelle: Curacon-Erhebung

In der Analyse der Entwicklung der Pflegegradstruktur (Pflegeintensität) seit Einführung des Pflegegradbegriffs ist die Pflegeintensität in einer Durchschnittsbetrachtung nur leicht von einem Wert von 1,93 im Januar 2017 bis April 2018 um ca. 2% auf 1,91 gesunken. Allerdings darf bei einer solchen Durchschnittsbetrachtung, die in der Grafik zu erkennende erhebliche Streuung nicht übersehen werden. Die Entwicklung der Pflegeintensität ist für einzelne Einrichtungen deutlich höher und hat in beide Richtungen stattgefunden, wie in folgender Grafik ersichtlich wird. Die Grafik zeigt die Verteilung der Veränderung des Pflegegradmixes zwischen Januar 2017 und März 2018 auf Basis der 496 befragten Einrichtungen.

Quelle: Curacon-Erhebung

Die vorstehende Grafik veranschaulicht, dass es bei einer Vielzahl der stationären Einrichtungen zu einer Absenkung, aber fast bei einer gleichen Anzahl zu einer Steigerung der Pflegeintensität gekommen ist. Insbesondere soweit die Pflegeeinrichtungen zum Ausgleich von Belegungsstrukturrisiken keinen sog. PSG-Zuschlag vereinbaren konnten, sind bei Veränderungen der Belegungsstruktur Personalanpassungen erforderlich. Die Anforderungen an das Belegungsmanagement sowie die Personalsteuerung sind deutlich gewachsen. (Jan Grabow, Geschäftsführender Partner)