Kennzahl des Monats - Mai 2018: Versorgungsverhältnis bei 15:1

Das Verhältnis von Personen im erwerbsfähigen Alter zu Pflegebedürftigen verdeutlicht die Probleme des demographischen Wandels.

Der demografische Wandel in Kombination mit einem jetzt schon vorherrschenden Fachkräftemangel stellt die Pflegebranche – und in seiner Konsequenz die gesamte Gesellschaft – vor große Herausforderungen. Steigende Leistungsausgaben in der sozialen Pflegeversicherung (5% Wachstum p.a.) in den letzten 10 Jahren machen schon heute auf zukünftige Lücken in der Finanzierung aufmerksam. Ein Blick auf das Versorgungsverhältnis, i.e. das Verhältnis der Anzahl von Personen im erwerbsfähigen Alter im Verhältnis zu Pflegebedürftigen, deckt einen dramatischen Trend auf. Im Jahr 2005 trafen auf die 2 Mio. Pflegebedürftigen noch 50 Mio. Personen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren. Das impliziert ein Versorgungsverhältnis von ca. 25 Personen im erwerbsfähigen Alter pro Pflegebedürftigem. Diese Zahl liegt heute bei grob 15 und wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf einen Wert von ca. 10 Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren pro Pflegebedürftigem sinken. Dabei ist zu beachten, dass die Gesamtzahl der erwerbsfähigen oder gar erwerbstätigen Personen noch deutlich geringer ausfällt. Ohne Erschließung von Effizienzreserven sind die heutigen Versorgungsstandards nicht zu erhalten.

Quelle: Eigene Berechnungen auf Grundlage von (Prognose-)Daten des BMG und destatis

Diese Entwicklungen spiegeln sich auch in den Antworten zu unserer Befragung im Altenhilfebarometer 2018 wider. Viele Teilnehmer fassen die aktuelle Lage der Altenhilfe mit dem Schlagwort „Personalnotstand“ zusammen und ein Teilnehmer schreibt gar: „Altenhilfe ist noch immer kein echtes politisches Thema - wird es später aber umso heftiger!!“.

Die Befragung zum Altenhilfebarometer 2018 wird momentan ausgewertet. Auf Wunsch stellen wir Ihnen die Ergebnisse der Analyse direkt nach Fertigstellung gerne zur Verfügung. Hierzu können Sie unter curacon.de/altenhilfebarometer Ihre Kontaktdaten hinterlassen.

Auch auf den Fachtagen Altenhilfe werden wir die (ersten) Ergebnisse des Altenhilfebarometers vorstellen. Mehr Informationen zu unseren Veranstaltungen finden Sie unter: curacon.de/veranstaltungen/


»Um die zunehmenden Ambivalenzen des demografischen Wandels zu bewältigen, müssen auch die Entwicklungspotenziale durch die Digitalisierung in der Pflegeversorgung ausgeschöpft werden.« (Jan Grabow, Geschäftsführender Partner)